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PCF
Apr 3, 2025
5 min
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PCF vs. LCA und EPD: Unterschiede & Gemeinsamkeiten einfach erklärt

Zwei Nachhaltigkeitsmanager die eine Visite machen

In der Zusammenarbeit mit Kunden, Partnern oder anderen Stakeholdern wird zunehmend die Frage gestellt: Wie nachhaltig ist ein Produkt wirklich? Dabei stehen verschiedene Formate zur Bewertung von Umweltauswirkungen im Fokus – vom Product Carbon Footprint (PCF) über die Lebenszyklusanalyse (LCA) bis hin zur Environmental Product Declaration (EPD).

Auch wenn diese Ansätze zur Bewertung von Umweltauswirkungen eingesetzt werden, unterscheiden sie sich deutlich in Zielsetzung, Umfang und Anwendung. Die jeweiligen Anforderungen und Motivationen reichen von Lieferkettenanforderungen bis hin zur Erfüllung regulatorischer Vorgaben.

PCF: Fokus auf Treibhausgasemissionen

Der PCF beschreibt die Treibhausgasemissionen eines Produkts entlang definierter Systemgrenzen – von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor (Cradle to Gate) oder über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg (Cradle to Grave). Dieser wird in CO₂-Äquivalenten (CO₂e) ausgedrückt.

In der Praxis nutzen Unternehmen den PCF, um ihre Emissionen zu quantifizieren, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und Transparenz gegenüber Stakeholdern zu schaffen.

Methodisch basiert der PCF auf denselben Grundprinzipien wie der LCA, fokussiert sich jedoch ausschließlich auf das Treibhauspotenzial – also eine einzelne Wirkungskategorie. In der Industrie etabliert sich der PCF zunehmend als Standard bei Lieferkettenanforderungen.

LCA: Ganzheitliche Bewertung von Umweltauswirkungen

Im Gegensatz zum PCF bewertet die Lebenszyklusanalyse alle wesentlichen Umweltauswirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung – von der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Entsorgung. Dazu gehören unter anderem:

  • Ressourcennutzung
  • Wasserverbrauch
  • Versauerungspotenzial
  • Eutrophierung
  • Luftverschmutzung

LCAs ermöglichen eine umfassende und vergleichbare Bewertung von Produkten, sind jedoch methodisch aufwändiger.

EPDs: Standardisierte und verifizierte Umweltdaten

Die Environmental Product Declaration (EPD) bildet die Ergebnisse einer Lebenszyklusanalyse (LCA) in standardisierter Form ab. Sie basiert auf den Normen ISO 14025 bzw. EN 15804 und wird durch ergänzende Product Category Rules (PCRs) konkretisiert, die produktspezifische Anforderungen definieren. Eine EPD deklariert transparent die Umweltwirkungen eines Produkts und muss von unabhängigen Dritten geprüft werden. EPDs werden aktuell vor allem in der Bauindustrie aufgrund der komplexeren Umweltauswirkungen nachgefragt, sind aber durch die unabhängige Prüfung typischerweise zeitaufwändig.

Methodik PCF LCA EPD
Unterschiede Fokus nur auf Treibhausgasemissionen, Systemgrenzen: cradle-to-gate oder cradle-to-grave Betrachtung aller Umweltauswirkungen, Cradle-to-Grave, hoher methodischer Aufwand Standardisierte Form der LCA, häufig extern verifiziert, folgt branchenspezifischen Normen
Gemeinsamkeiten Selbe methodische Prinzipien wie LCA und EPD, Daten nutzbar für Scope 3 Sehr präzise Daten sind Grundlage für EPDs, Daten nutzbar für Scope 3 Basiert auf LCA, unterstützt Produkttransparenz und Vergleichbarkeit

Vorteile der Verwendung von EPDs, LCAs und PCFs

Alle Berechnungen - EPDs, LCAs und PCFs - bieten produktspezifische Emissionsfaktoren, die sehr genaue und hochwertige Emissionsdaten liefern. Insbesondere wenn sie vom Lieferanten des berichtenden Unternehmens bereitgestellt werden, sollte der Emissionswert in Tanso immer als Emissionsfaktor verwendet werden, anstatt durchschnittliche, industriebezogenen Emissionsfaktoren zu verwenden.

Insbesondere EPDs bieten sehr genaue Emissionsdaten, da sie:

  • auf einem robusten, transparenten und offenen Rahmen basieren
  • auf internationalen Standards beruhen
  • vergleichbare Informationen innerhalb der gleichen Produktgruppe bieten
  • ein von Dritten verifiziertes Dokument sind

EPDs und LCAs aus dem Internet verwenden

Wenn keine lieferantenspezifischen Daten in Form von EPDs, LCAs oder PCFs vorhanden sind, können diese online über Suchmaschinen oder die Environdenc EDP Library gefunden werden.

Bevor eine EPD oder LCA aus dem Internet verwendet wird, sollte sichergestellt werden, dass es eine Übereinstimmung zwischen dem Produkt, das in der LCA/EPD bewertet wird, und dem eigenen Produkt gibt.

Prüfen Sie unbedingt:

  • Haben die Produkte die gleiche oder eine ähnliche Materialzusammensetzung?
  • Basieren die Produkte auf demselben oder einem ähnlichen Prozentsatz an recycelten und primären Materialien?
  • Werden die Produkte unter ähnlichen Produktionsstandards und/oder in der gleichen Region hergestellt?
  • Ist die Berechnung aktuell? Die Daten sollten nicht älter als drei Jahre sein.
  • Was ist die deklarierte Einheit in der EPD/LCA? Kann diese für mein Produkt verwendet werden?
  • Was sind die Systemgrenzen in der EPD/LCA? Stellen Sie sicher, dass dieselbe Systemgrenze genutzt wird. Tanso empfiehlt Cradle-to-Gate.

Verwendung von EPDs, LCAs und PCFs für Ihre CCF Berechnung in Tanso

Zunächst sollte geprüft werden, ob die EPD oder LCA für die CCF-Berechnung geeignet ist. Entscheidend ist dabei das Global Warming Potential (GWP) für die Module A1–A3 – also den sogenannten Cradle-to-Gate-Abschnitt. Dieser Wert bildet die gesamten Treibhausgasemissionen von der Rohstoffgewinnung über den Transport bis zur Produktion ab. Das GWP kann in der Tanso App als benutzerdefinierter Emissionsfaktor hinterlegt werden.

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